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Gefriergetrocknetes Hundefutter: Vorteile, Anwendung und Grenzen

20. Sept.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Okt.

Einer der Gründe für WildFrost stand irgendwann ziemlich offensichtlich vor uns: unser Van. Frisches oder tiefgekühltes Fleisch mitzunehmen klingt wunderbar, bis du merkst, dass unterwegs schlicht der Platz für einen Tiefkühler fehlt. Genau da wurde die Frage spannend: Wie bekommen wir echtes Fleisch so praktisch, dass es mitkommen kann, ohne daraus ein komplett anderes Produkt zu machen?

Gefriertrocknung war für uns die Antwort. Also haben wir uns eine Maschine in klein gekauft, sie zu Hause in die Küche gestellt und probiert. Und probiert. Und noch einmal probiert, bis wir irgendwann dachten: Jetzt passt es. Aus dieser Küche wurde unsere Manufaktur in Garmisch-Partenkirchen, aus der kleinen Maschine wurden zwei Gefriertrockner.

Unser Alltag seitdem ist ziemlich unspektakulär und genau deshalb so ehrlich: Man schneidet, man produziert, man baut sich einen kleinen Vorrat auf. Dann kommt ein neuer Partner dazu. Innerhalb von drei Monaten standen wir in drei REWE-Märkten im Regal, und auch die ersten Hotels haben uns als Partner aufgenommen. Wo du uns überall findest, siehst du unter Händler & Standorte. Für uns ist das immer noch Wahnsinn. Und dann schneidet man wieder. Und irgendwo dazwischen merkt man, was bei den Leuten wirklich etwas auslöst: dass jemand nicht noch mehr Ausreden liefert, warum gutes Futter angeblich nicht praktisch sein kann, sondern es einfach macht.

Als wir damit angefangen haben, haben wir nichts gefunden, das so war, wie wir es uns vorgestellt haben. Also haben wir es selbst gemacht und dafür zwei Jahre gebraucht. Im Rückblick war das gut so. Heute steht „gefriergetrocknet“ auf vielen Packungen, und wir müssen weniger erklären, was das überhaupt ist. Für uns war es aber nie nur ein Wort für die Vorderseite. Es ist ein aufwändiger Prozess, bei dem ein einzelner Durchgang je nach Sorte mehrere Tage dauern kann, und der uns genau deshalb jeden Tag ein bisschen fordert. Was dabei passiert, erklären wir dir hier ganz genau. Denn Gefriertrocknung kann einiges richtig gut. Sie ist aber weder Zauberei, noch macht sie aus Fleisch automatisch ein Alleinfutter. Genau deshalb zeigen wir dir hier beides: warum wir das Verfahren lieben und wo seine Grenzen liegen.

WildFrost Bergkraft Weiderind, gefriergetrockneter Menü-Snack für Hunde, Verpackung

Wie Gefriertrocknung funktioniert

Beim Gefriertrocknen wird das Produkt zuerst eingefroren. Dann kommt es in eine Vakuumkammer. Dort passiert der eigentlich spannende Teil: Das gefrorene Wasser wird direkt zu Wasserdampf, ohne vorher wieder flüssig zu werden. Genau dieser Vorgang heißt Sublimation. Ganz ohne Wärme funktioniert das übrigens nicht. Die Maschine führt kontrolliert genau die Wärme zu, die für diesen Trocknungsschritt gebraucht wird. Das ist etwas anderes als Backen, Braten oder Extrudieren bei hohen Temperaturen, aber „ohne Wärme“ ist es nicht.

Das Ergebnis: Das Produkt behält seine Struktur, wird leicht und spröde und enthält nur noch sehr wenig Wasser. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie trocken sich das Fleisch anfühlt. In unserer Laboranalyse für Rind lagen die Restfeuchte bei 4,4 Prozent und die Wasseraktivität bei 0,19. Damit steht Mikroorganismen nur sehr wenig verfügbares Wasser für ihr Wachstum zur Verfügung, was zusammen mit sauberer Verarbeitung und dichter Verpackung dafür sorgt, dass das Produkt ohne Konservierungsstoffe und ungeöffnet ohne Kühlung lagerfähig ist.

So läuft es bei uns in Garmisch-Partenkirchen

  1. Vorbereitung: Fleisch, Fisch und Gemüse in Lebensmittelqualität werden geschnitten und portioniert.

  2. Roh oder gedämpft: Einige Sorten verarbeiten wir roh, andere werden vorher schonend gedämpft. Welche Sorte wie verarbeitet wird, steht auf der Produktseite und im Snackberater für Hunde.

  3. Schockfrosten: Bevor das Vakuum übernimmt, frieren wir die vorbereiteten Bleche schnell und vollständig durch. Erst dann kann das Wasser während der Gefriertrocknung aus dem gefrorenen Produkt entzogen werden.

  4. Gefriertrocknung: In unseren zwei gewerblichen Gefriertrocknern trocknet eine Charge von 30 bis 45 kg Frischware unter Vakuum, bis die Restfeuchte erreicht ist. Das dauert je nach Sorte und Beladung bis zu drei Tage pro Durchgang. Und weil Fleisch zum größten Teil aus Wasser besteht, bleibt am Ende nur ein Bruchteil des Gewichts übrig, mit dem wir angefangen haben.

  5. Abfüllen und Vakuumverschluss: Die fertigen Stücke kommen in Gläser oder Beutel und werden vakuumverschlossen. Danach zählt vor allem eines: Feuchtigkeit soll draußen bleiben.

Die Produktion läuft nach einer HACCP-Dokumentation, also mit festgelegten Kontrollpunkten für Hygiene und Sicherheit.

Warum wir uns ausgerechnet für Gefriertrocknung entschieden haben

Wir wollten Fleisch nicht bis zur Unkenntlichkeit verändern, nur damit es praktisch wird. Genau deshalb hat uns die Gefriertrocknung gepackt. Ein Stück Fleisch kommt hinein, und am Ende kannst du immer noch erkennen, was du da in der Hand hältst. Nur ein großer Teil des Wassers ist weg. Das passt ziemlich genau zu dem, was wir mit WildFrost machen wollen: nachvollziehbare Rohstoffe, selbst verarbeitet und so wenig Theater wie möglich darum.

Und ja, bei uns steckt auch ziemlich viel Technikliebe dahinter. John ist Mitgründer von WildFrost und Techniker im Maschinenbau. Wenn bei uns eine technische Lösung fehlt, endet das deshalb nicht automatisch beim Satz „Dann müssen wir eben etwas kaufen“. Den Vakuumverschließer für unsere Gläser hat er selbst gebaut.

Heute stehen zwei Gefriertrockner in unserer Manufaktur in Garmisch-Partenkirchen. Dort bereiten wir die Rohstoffe vor, verarbeiten sie je nach Sorte roh oder gedämpft, trocknen sie und füllen sie anschließend selbst ab. Darauf sind wir stolz. Nicht, weil Gefriertrocknung automatisch das beste Verfahren für jedes Futter wäre. Sondern weil sie für das, was wir herstellen wollen, verdammt gut passt: Fleisch und andere ausgewählte Rohstoffe, leicht und ohne Kühltruhe mitzunehmen.

Was gefriergetrocknete Produkte gut können

  • Leicht: Ein großer Teil des Gewichts von frischem Fleisch ist Wasser. Nach dem Trocknen bleibt ein Bruchteil übrig. Für Wanderungen, Reisen und den Van ist das der Hauptvorteil.

  • Ohne Kühlung lagerbar: Ungeöffnet, entsprechend den Lagerhinweisen, braucht die Packung keinen Kühlschrank und keine Tiefkühltruhe.

  • Ohne Konservierungsstoffe: Die Haltbarkeit kommt aus dem Wasserentzug und dem Vakuumverschluss, nicht aus Zusatzstoffen.

  • Schonend: Weil keine hohen Temperaturen wie beim Extrudieren oder Backen nötig sind, bleiben Geruch, Geschmack und Struktur weitgehend erhalten. Wie viel von einzelnen Vitaminen genau erhalten bleibt, hängt von Rohstoff und Nährstoff ab; eine pauschale Prozentzahl gibt es dafür nicht, und wir nennen keine.

  • Vielseitig: Als Belohnung aus der Hand, zerbröselt als Topping über dem Futter oder mit Wasser eingeweicht. Wie das im Alltag aussieht, steht im Snackberater für Hunde.

Wo die Grenzen liegen

  • Kein Alleinfutter durch das Verfahren. So begeistert wir von Gefriertrocknung sind: Aus einem Stück Fleisch wird dadurch keine vollständige Mahlzeit. Das Verfahren entzieht Wasser, es erfindet keine fehlenden Nährstoffe dazu. Ob ein Produkt den Tagesbedarf deckt, entscheidet seine Nährstoffzusammensetzung, nicht die Trocknung. Unsere Produkte sind Snacks und Ergänzung zur täglichen Fütterung; die Versorgung kommt aus einem Alleinfutter oder einer berechneten Ration. Was eine bedarfsgerechte Fütterung ausmacht, erklären wir im Beitrag Gesunde Hundeernährung.

  • Konzentriert, also schnell zu viel. Weil das Wasser fehlt, steckt in wenigen Gramm viel Energie. Als Faustregel sollten alle Snacks zusammen höchstens etwa 10 Prozent der täglichen Energie liefern. Das Rechenbeispiel dazu steht im Snackberater.

  • Allergene bleiben Allergene. Auch hier gibt es keine Magie: Rind bleibt Rind und Huhn bleibt Huhn. Wenn dein Hund auf eine Proteinquelle reagiert, verschwindet das nicht durch die Gefriertrocknung. Für Hunde mit Futtermittelallergie zählt die Zutat und das Diätprotokoll, nicht das Verfahren. Mehr dazu im Ratgeber Hundefutter bei Allergie.

  • Roh bleibt roh. Bei roh verarbeiteten Sorten ersetzt die Gefriertrocknung keinen Erhitzungsschritt und macht das Fleisch nicht automatisch keimfrei. Deshalb wie bei rohem Fleisch in der Küche: nach dem Portionieren Hände waschen, Näpfe und Flächen sauber halten.

  • Nicht grammweise gegen frisches Fleisch tauschbar. Wer eine BARF-Ration ergänzt, rechnet mit der trockenen Menge und den Werten von der Produktseite, nicht mit dem Gewicht nach dem Einweichen.

  • Preis je Kilo. Gefriergetrocknete Produkte wirken pro Packung teuer. Vergleichbar sind sie erst über die Energie und die tatsächliche Portion, nicht über das Packungsgewicht.

Gefriergetrocknet, luftgetrocknet, extrudiert: Was ist der Unterschied?

Verfahren

Was passiert

Typisch für

Gefriertrocknung

Einfrieren, Wasserentzug unter Vakuum durch Sublimation, kontrollierte Wärme

unsere Snacks, Toppings und die PUR-Linie

Lufttrocknung

Trocknen mit warmer Luft über längere Zeit

viele Kauartikel und getrocknete Snacks

Extrusion

Kochen und Formen unter Druck bei hohen Temperaturen

klassisches Trockenfutter

Keines dieser Verfahren ist für sich „gesünder“. Sie unterscheiden sich in Struktur, Haltbarkeit, Handhabung und Preis. Was zu deinem Hund passt, hängt von Rezeptur, Verträglichkeit und Einsatzzweck ab. Was wir unter TrockenBARF verstehen und wie es sich von anderen Futterarten unterscheidet, steht im Beitrag TrockenBARF.

Und die Umwelt?

Beim Thema Umwelt bleiben wir lieber bei dem, was wir wirklich belegen können. Das fertige Produkt ist deutlich leichter als frisches oder tiefgekühltes Fleisch und braucht bei Lagerung und Versand keine Kühlkette. Die Maschinen brauchen aber Strom, und eine vollständige Klimabilanz haben wir nicht berechnet. Deshalb machen wir daraus auch keine größere Geschichte.

Anwendung im Alltag

  • Als Belohnung: Stücke mit den Fingern brechen, Krümel reichen fürs Training.

  • Als Topping: Zerbröselt über Trocken-, Nass- oder BARF-Futter, oder kurz in warmem Wasser eingeweicht und untergemischt.

  • Unterwegs: Leicht, keine Kühlung, verschlossene Packung. Wasser für den Hund trotzdem immer dabeihaben.

  • Einweichen: Ein Teelöffel warmes Wasser über die Krümel, kurz warten. Für ältere Hunde oder Welpen, die weiche Stücke brauchen.

Alle Produkte mit vollständiger Zusammensetzung, Analysewerten und Energieangaben findest du im Shop. Welcher Snack zu welcher Situation passt, zeigt der Snackberater für Hunde.

Zum Schluss

Wenn wir heute eine Charge aus einem unserer Gefriertrockner holen, ist für uns genau das immer noch der spannende Punkt: Aus vielen Kilogramm frischer Rohware ist etwas geworden, das plötzlich leicht ist, ohne Kühltruhe auskommt und trotzdem noch aussieht wie das, womit wir angefangen haben. Genau deshalb passt Gefriertrocknung so gut zu WildFrost.

Sie macht aus einem Snack kein Alleinfutter. Sie entfernt keine Allergene. Roh verarbeitetes Fleisch bleibt roh. Und eine Maschine nimmt uns auch nicht die Verantwortung für gute Rohstoffe und saubere Verarbeitung ab. Aber sie löst ein Problem, das wir selbst hatten: gutes Fleisch praktisch mitzunehmen, ohne im Van erst Platz für eine Tiefkühltruhe suchen zu müssen. Und manchmal beginnt eine ganze Manufaktur eben mit genau so einem Problem.

Unser Anspruch ist seitdem derselbe geblieben, und wir sagen ihn gern laut: so praktisch wie Trockenfutter, so gut wie selbst gekocht. Wir haben uns vorgenommen, wirklich das Beste zu machen, das wir können. Und wenn daraus irgendwann eine kleine Bewegung wird von Leuten, die genauer hinschauen, was im Napf landet, dann haben wir alles richtig gemacht.

Mehr zum Thema

Handgemacht in unserer Manufaktur in Garmisch-Partenkirchen.

 
 
 

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