Lebensmittelqualität bei Hundefutter: Was das bei uns konkret heißt
Aktualisiert: 2. Okt.
Wenn auf einer Packung einfach nur „Rind“ steht, reicht uns das nicht. Wir wollen wissen, welches Rind, woher es kommt und welches Stück am Ende tatsächlich bei uns auf dem Schneidebrett liegt. Genau deshalb findest du bei Bergkraft nicht einfach irgendeinen Fleischanteil, sondern Rinderbrust mit 44,7 Prozent und Rinderkugel mit 36,4 Prozent.
Bis wir bei solchen Rohstoffen angekommen sind, haben wir monatelang gesucht. Wir wollten keine Massentierhaltung, keine Anbindehaltung und nicht einfach den günstigsten Einkaufspreis. Also haben wir telefoniert, gefragt, verworfen und weitergesucht. Dass wir dadurch für unsere Rohstoffe bewusst mehr bezahlen, gehört für uns dazu. Und manchmal wird es noch ein bisschen verrückter: Für Bergkraft kochen wir unsere Kalbsbrühe selbst, mindestens 20 Stunden lang. Nicht, weil „20 Stunden gekocht“ besonders schick auf einer Produktseite aussieht, sondern weil wir irgendwann entschieden haben: Wenn wir WildFrost machen, dann richtig.
„Lebensmittelqualität“ steht auf unseren Packungen und auf vielen anderen. Der Begriff ist nicht gesetzlich definiert. Auf das Wort allein solltest du dich deshalb nicht verlassen. Spannend wird es erst bei der Frage: Was kann der Hersteller dir tatsächlich über seine Rohstoffe erzählen? Wenn wir von Lebensmittelqualität sprechen, meinen wir ganz konkret die Rohstoffe, die wir einkaufen. Das fertige WildFrost-Produkt ist rechtlich Heimtierfutter. Was hinter unserem Qualitätsanspruch steckt, können wir dir aber ziemlich genau zeigen.

Drei Fragen, die oft vermischt werden
Wenn es um „Qualität“ bei Hundefutter geht, stecken dahinter drei verschiedene Prüfungen:
Rohstoffqualität: Welche Zutaten sind drin, woher kommen sie, in welchem Zustand werden sie verarbeitet?
Sichere Herstellung: Wird hygienisch gearbeitet, gibt es Kontrollpunkte, wird geprüft?
Nährstoffversorgung: Deckt das Produkt den Bedarf des Hundes, oder ist es eine Ergänzung?
Ein hervorragender Rohstoff beantwortet nur die erste Frage. Wir können vom Rohstoff noch so begeistert sein: Auch ein richtig gutes Stück Weiderind wird dadurch nicht plötzlich zu einer vollständigen Tagesration. Das sagen wir deshalb bei jedem unserer Produkte: Snack oder Ergänzung zur täglichen Fütterung, nicht Alleinfutter. Was eine bedarfsgerechte Fütterung ausmacht, steht im Beitrag Gesunde Hundeernährung.
1. Rohstoffqualität: Was wir einkaufen
Fleisch, Fisch und Gemüse beziehen wir in Qualitäten, die auch für die menschliche Lebensmittelkette gehandelt werden. Wir kaufen bewusst die Teile ein, die wir verarbeiten wollen, und nennen sie auch beim Namen. Rinderbrust ist bei uns Rinderbrust, Rinderherz ist Rinderherz und Rinderleber ist Rinderleber. Keine Schlachtabfälle, kein Pansen, keine Sammelbezeichnung, hinter der du erst rätseln musst. Konkret:
Bergkraft: Rind von grasgefütterten Weiderindern mit Weidezugang, und zwar benannte Stücke: Rinderbrust (44,7 %) und Rinderkugel (36,4 %). Dazu Süßkartoffel, Wildheidelbeeren, Petersilie und eine Kalbsbrühe, die wir selbst mindestens 20 Stunden kochen.
Alpenbissen: Hühnerbrust vom Freilandhuhn (80 %), dazu Kartoffel, Karotte, Pastinake, Buchweizen, Hirse, Rote Beete und Petersilie.
Küstenbissen: Alaska-Seelachs aus Wildfang (56,4 %), dazu Vollkornreis, Ei und Dill.
PUR-Linie: Pro Sorte genau eine Zutat. Rind aus regionaler bayerischer Herkunft, Lamm von grasgefütterten Weidelämmern, dazu Hühnerbrust, Hirsch, Ente, Rinderherz, Rinderleber, Wildlachs und Thunfisch. Die Herkunft des jeweiligen Rohstoffs steht auf der Produktseite; Wildlachs und Thunfisch sind keine regionalen Rohstoffe, das sagen wir so.
Eine hohe Prozentzahl sieht auf einer Packung erst einmal gut aus. Uns interessiert aber die nächste Frage mindestens genauso sehr: 80 Prozent wovon eigentlich? Rinderbrust und Rinderkugel sind Stücke, die du beim Metzger kaufen würdest. Genau deshalb nennen wir nicht nur den Anteil, sondern auch das Fleischstück.
Lebensmittelqualität bedeutet übrigens nicht, dass ein Tier niemals tierärztlich behandelt wurde. Für Fleisch aus der Lebensmittelkette gelten dafür klare Regeln zu Rückständen und Wartezeiten. Aus genau dieser Lebensmittelkette beziehen wir unsere Rohstoffe.
2. Sichere Herstellung: Wie wir arbeiten
Unsere Manufaktur in Garmisch-Partenkirchen ist für die Herstellung von Heimtierfutter eingerichtet und arbeitet mit einem dokumentierten HACCP-System, also mit festgelegten Kontrollpunkten für Hygiene, Temperaturen und Reinigung. Für Hundefutter gelten eigene Vorschriften: Das EU-Futtermittelrecht regelt Hygiene, Kennzeichnung und Werbeaussagen. Für die Nährstoffversorgung dienen die Leitlinien des europäischen Heimtierfutterverbands FEDIAF als anerkannte fachliche Referenz, keine Rechtsnorm, aber der Maßstab, an dem sich die Branche misst. Man liest erstaunlich oft, für Hundefutter gäbe es praktisch keine Regeln. So einfach ist es nicht.
Unsere Produkte lassen wir im Labor prüfen: Nährwertanalyse, Mikrobiologie, Restfeuchte und Wasseraktivität. Die Analysewerte stehen auf jeder Produktseite. Wie die Gefriertrocknung abläuft und wo ihre Grenzen liegen, erklären wir im Beitrag Gefriergetrocknetes Hundefutter: Vorteile, Anwendung und Grenzen.
3. Nährstoffversorgung: Wofür unser Futter gedacht ist
Alle WildFrost-Produkte sind Snacks oder Ergänzungen zur täglichen Fütterung. Die tägliche Versorgung kommt aus einem Alleinfutter oder einer berechneten Ration. Daraus machen wir kein Geheimnis. WildFrost ist Snack und Ergänzung. Unsere Snacks sind nicht dafür gemacht, einen Tagesbedarf zu decken, sondern dafür, ihn richtig gut zu ergänzen.
Warum wir bei Rohstoffen so pingelig sind
Wir hätten es uns an vielen Stellen leichter machen können. Wir könnten einfach „Rind“ auf die Packung schreiben. Stattdessen kaufen wir bei Bergkraft gezielt Rinderbrust und Rinderkugel ein und schreiben dir sogar dazu, zu welchem Prozentsatz sie enthalten sind. Wir könnten unsere Kalbsbrühe fertig zukaufen. Stattdessen steht sie bei uns mindestens 20 Stunden auf dem Herd, bevor sie überhaupt Teil von Bergkraft wird. Und wir hätten bei der Lieferantensuche irgendwann sagen können: Passt schon. Haben wir nicht.
Uns waren Weidehaltung, Herkunft und die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, wichtig. Keine Massentierhaltung, keine Anbindehaltung. Dafür haben wir länger gesucht und akzeptieren bewusst höhere Einkaufspreise. Bei Fisch erzählen wir dir genauso offen, wenn etwas nicht aus der Region kommen kann. Wildlachs und Thunfisch werden bei uns nicht plötzlich „bayerisch“, nur weil wir sie in Garmisch-Partenkirchen verarbeiten.
Und wenn wir ehrlich sind, war die Lieferantensuche nur eine von sehr vielen Baustellen. Es waren so viele Schritte bis zum ersten Produkt. Wir haben alles selbst gemacht: die Website, die Verpackungen, die Texte, die du gerade liest. Nicht, weil wir das unbedingt wollten, sondern weil wir kein Geld hatten, um diese Aufgaben abzugeben. Dafür hatten wir Ehrgeiz und ein Ziel. Aus ein paar Räumen, in denen nichts war, haben wir eine Manufaktur gebaut: Elektrik, Wasser, Fliesen, Nutzungsänderung, Genehmigungen und noch so viel mehr. Dazu ein Jahr Schule für die Ausbildung zur Ernährungsberaterin für Hunde. Baustelle nach Baustelle, bis zum Ziel. Und wir sind noch so weit am Anfang.
Vielleicht ist genau das unsere Vorstellung von Qualität: nicht möglichst große Wörter auf die Vorderseite drucken, sondern hinten möglichst konkret werden. Deshalb nennen wir Fleischstücke. Deshalb nennen wir Prozentangaben. Deshalb nennen wir Herkunft. Und deshalb lassen wir unsere Produkte zusätzlich im Labor untersuchen. Das alles macht aus einem Snack noch kein Alleinfutter. Aber es macht ziemlich transparent, wofür du dein Geld ausgibst.
Deklarationen lesen: drei Missverständnisse
„Tierische Nebenerzeugnisse“ ist nicht automatisch schlecht. Der Begriff ist eine rechtliche Kategorie, zu der auch Herz, Leber und andere Organe gehören. Die sind nährstoffreich, wir verarbeiten sie selbst (Rinderherz PUR, Rinderleber PUR). Das Problem ist nicht die Kategorie, sondern wenn du nicht erkennen kannst, was genau drin ist. Deshalb benennen wir jedes Stück.
Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sind kein Qualitätsmangel. Bei vielen Alleinfuttermitteln werden sie gezielt ergänzt, um die Bedarfsdeckung sicherzustellen. Unsere Snacks enthalten keine, weil sie keine Alleinfutter sind, nicht, weil Zusätze schlecht wären.
„Fleisch an erster Stelle“ reicht nicht. Entscheidend ist, welches Fleisch, in welchem Anteil, und ob die Gesamtrezeptur zum Zweck passt.
Woran du Lebensmittelqualität bei anderen Herstellern prüfen kannst
Werden die Fleischstücke benannt, oder steht nur „Fleisch“ oder „Rind“?
Gibt es Prozentangaben für jede Zutat?
Ist die Herkunft des Rohstoffs angegeben, getrennt vom Herstellungsort?
Sind Analysewerte und Energie angegeben?
Steht klar, ob es ein Alleinfutter oder eine Ergänzung ist?
Eine praktische Checkliste zum Lesen von Deklarationen findest du in unserem Qualitätscheck für Hundefutter. Alle unsere Produkte mit vollständiger Zusammensetzung findest du im Shop.
Zum Schluss
Für uns zeigt sich Qualität nicht daran, wie oft das Wort „Premium“ auf einer Packung steht. Sie zeigt sich an den unbequemen Dingen. Monate nach passenden Lieferanten suchen. Einen höheren Einkaufspreis akzeptieren. Nicht nur „Rind“ schreiben, sondern Rinderbrust und Rinderkugel mit Prozentangabe. Eine Brühe mindestens 20 Stunden selbst kochen. Und fertige Produkte ins Labor schicken, obwohl man sie am liebsten sofort selbst einpacken würde.
Wir machen uns diese Arbeit ganz bewusst. Nicht, weil dadurch aus einem Snack eine vollständige Mahlzeit wird. Und auch nicht, weil Lebensmittelqualität ein Zauberwort wäre. Aber wenn WildFrost auf einer Packung steht, wollen wir dir mehr sagen können als: „Vertrau uns einfach.“ Wir wollen dir zeigen können, was drin ist, woher es kommt und warum wir genau diesen Rohstoff ausgesucht haben. Wir haben uns vorgenommen, wirklich das Beste zu machen, das wir können. Darauf sind wir ziemlich stolz.
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Handgemacht in unserer Manufaktur in Garmisch-Partenkirchen.



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